Urkunde 1162

(aus dem Lateinischen Übersetzt)
Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreieinigkeit.
Eberhard II., der Bamberger Kirche Bischof. Damit in dem, was gemäß den Gesetzen des Rechts und der Erforschung der Wahrheit treu erkannt und festgestellt ist, später dem Unrecht keine Möglichkeit offen steht, vertrauen wir dem Gedächtnis der gegenwärtigen und zukünftigen Gläubigen durch Anzeigen folgender Urkunde an, wie das Kloster Banz seinen alten Besitz Gefell und Heide zwischen Effelder und Heubisch, der vom Grafen Hermann von Wolveswac (Wohlsbach) widerrechtlich beansprucht worden war, durch ein gerichtliches Urteil wieder erlagen wollen und zurückerhalten hat.
Auf Bitten des Abtes Berthold, der die Rückgabe dieses Besitztums wiederholt vergeblich gefordert hat, übernahm der Aussteller die gerichtliche Verteidigung dieser Angelegenheit und beauftragte den Klostervogt Grafen Rapoto, nach Übereinkunft mit dem Grafen Hermann die Grenzen jener Besitzungen festzulegen und durch getreues Zeugnis seiner Kirche zu verteidigen.
Das erfüllte jener. Er setzte für sich und den vorerwähnten Grafen einen Tag fest, an dem sie zugleich im Hofe des Klosters Muggiberg (Muppberg) zusammenkamen und in beider Begleitung sowohl Freigeborene wie Dienstmannes aus Würzburg und Bamberg. Der Streitfall wurde erörtert und fand sein Ende mit folgendem Beschluss, dass von beiden Seiten, Verteidiger natürlich und Gegner, rechtlich einwandfreie und glaubwürdige Personen ausgewählt werden, die eidlich versichern sollten, sie würden gemäß der sich von altersher ergebenden Wahrheit die Grenzen des kirchlichen Besitzers festlegen.
Von Seiten des Grafen Ropoto wurden hierzu ausgewählt: Engilhart, Emehart, Godefrit, Herolt de vullebach (Füllbach), Hartroch, Wolfram der frisendorf (Friesendorf), Otto de bercolesdorf (Bertelsdorf), Engilhart de Stein, Marboto Wicemann.
Graf Hermann ernannte: (Chunrat, Marholt de Oezzelen (Oeslau), Gumbreht et Adelpreht de Luteren (Lauter), Sigifrit, Heinrich de Iwenberg (Einberg), Emehart des plesten, Hermann Poppo Eppo de hiwische (Heubisch), Dragan et Gleische de Affalteren (Effelder).
Nachdem diese Männer die Grenzen bestimmt hatten, wurde nach Zeugnis und Spruch aller Anwesenden der Banzer Kirche ihr Besitztum unter Zugrundelegung folgender Grenzen bestätigt:
Die obere Grenze des Waldes Gevelle geht von der Quelle im dorfe Marcha (Mark, Lkr. Sonneberg) nach der „dreten Eichen“ und von da in den Fluß Steinach. Die untere Grenze verläuft dahin, wo der Bach Weikenbach in die Steinach mündet.
Die obere Grenze des Waldes Heide geht von der Wignansdesfurt zu der „verbrannten Brücke“, vonda direkt nach dem Dorfe Affalteren (Effelder, Lkr. Sonneberg). Die untere Grenze verläuft auf dem Grenzstrich „Rinnestrich“ bis in den Bach Visbach (Fischbach), von da direkt in den Sumpf Stuchgras, weiter in den Rotenbach und dessen Lauf abwärts bis zu dem Weg, der von Vechene (Fechheim) nach Muggiberg führt. Das geschah im Jahre von des Herrn Geburt 1162 unter der Regierung Friedrichs des unbesiegten Kaisers im 10. Jahre seines Königtums, aber im 8. seines Kaisertums.

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