Kloster Mönchröden


Das Kloster Mönchröden ist ein kultureller Schatz im Coburger Land und stellt ein alternatives Ausflugsziel zu den Schlössern und Museen in unserer Region dar.

Kloster MönchrödenVor mehr als 850 Jahren wurde das weit ins Tal der Röden grüßende Kloster Mönchröden gegründet. Vom alten Baubestand dieses ehemaligen Benediktinerklosters, zu dessen Ausstattung Graf Hermann Sterker von Wolveswac (Wohlsbach) das alte Gut Rothine verwendete und dessen Gründung vom Würzburger Bischof 1149 bestätigt wurde, hat sich kaum etwas erhalten. Die heute noch an die mittelalterliche Geschichte des Klosters erinnernden Gebäude stammen sämtlich aus seiner Blütezeit unter Abt Ulrich Wöchner, der im Jahr 1446 den von der landesfürstlichen Regierung zur Wiederherstellung von mönchischer Zucht und Ordnung eingesetzten Verwalter, einen Coburger Bürger namens Lebherz ablöste.

Das eindrucksvollste Denkmal aus der Blütezeit des nach dem Übergang zur Reformation im Jahre 1538 der Landesverwaltung unterstellten Klosters ist das hohe Abthaus, nach den Regeln des Ordens außerhalb des geschlossenen Klosterbezirks gelegen.

Kloster MönchrödenIn seiner strengen, kargen Architektur mit den unregelmäßigen Fensteröffnungen und dem mit Stäben, Fialen und Maßwerk reich verzierten Erker, dem einzigen betonten Schmuckstück der Fassade, zeigt es alle Eigenheiten der gotischen Spätzeit. Dieser Erker, im Inneren mit krabbenbesetztem Spitzbogen, Lilienmotiven und Stützfigürchen noch reicher ausgeschmückt, gilt als prächtigste Steinmetzarbeit der Spätgotik im Coburger Land. Aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts stammen Reste von Fresken im Nordostraum des 3. Obergeschosses.

Das so genannte Refektorium, eigentlich das Kornhaus des Klosters, ein langgestreckter, im Jahr 1516 zweigeschossig errichteter Bau, ist mit seinen hohen Giebeln und dem Satteldach ein schönes Zeugnis spätgotischer Zweckarchitektur.

Im Jahre 1531 wurde das Kloster auf die Liste der einzubeziehenden Klöster gesetzt, denn nach der Reformation öffnete sich das Coburger Land der Lutherischen Lehre und so wurde das Kloster Mittelpunkt einer Domäne. Mit diesem Beschluss hörte das Kloster Mönchröden offiziell auf zu bestehen. In der Tat blieb es aber noch weiter erhalten, nur war das Kloster in ein neueres Eigentum übergegangen.

Die zurückgebliebenen Mönche – es waren immer noch 9 Ordensbrüder – konnten nicht mehr über den Besitz des Klosters verfügen, wurden aber noch bis an ihr Lebensende aus dem sequestrierten Klostervermögen versorgt.

Und seltsam: zwischen den Jahren 1543 und 1548 erlosch das Klosterleben genau 400 Jahre nach seiner Gründung. Und wie am Anfang, so auch am Ende: wir wissen das Jahr nicht genau, in dem die ersten Mönche ihren Fuß auf den Lindenrangen gesetzt haben und wir wissen auch nicht genau, in welchem Jahr der letzte Mönch aus dem Kloster hinausgetragen wurde.
Klosterhof 6
96472 Rödental

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