Burg Lauterburg

Ruine der Burg Lauterburg, gelegen an einem Naturlehrpfad in der Nähe des Herzogsbrunnens

Zur Geschichte der Lauterburg

Lauterburg1156 Erste urkundliche Erwähnung. Markgraf Konrad von Meißen beruft hierher den Adel des Landes. Der Burggraf von Meißen, Hermann von Sterker-Wolfeswach, hatte 1149 das in der Nähe liegende Kloster Mönchröden gegründet und Rechtsfragen sollten geklärt werden. Die Wolfeswach (= Wohlsbach) sind die Herren der Lauterburg. 1230 Der Graf von Wolfeswach leistet auf Castrum Luterburg dem Würzburger Bischof den Lehenseid. In den folgenden Jahren setzen sich die Henneberger durch. 1249 Hermann von Henneberg schließt hier einen Hilfsvertrag (Beistandspakt) mit dem Bamberger Bischof. In der folgenden Zeit erscheinen verschiedene Lehensherren: von Lichtenberg, von Kemmaten, von Schaumberg. 1635 Plünderung und Zerstörung der Burg im 30jährigen Krieg, nachdem sie lange Zeit den bedrängten Bauern der Umgebung Unterschlupf geboten hatte. 1694 Tod des letzten Schaumbergers Ludwig Ernst. Ruinen1695 Besitz geht an Herzog Friedrich von Sachsen-Gotha über. 1704 Heiratsgut für seine Tochter Dorothea Maria, als diese Erbprinz Ernst Ludwig von Meiningen heiratet. 1706 Herzog Ernst Ludwig von Meiningen lässt Jagdschloss „Ludwigsburg“ erbauen, geplant sind u. a. zwei Seitenflügel mit drei Stockwerken und 169 Fenstern. Der Bau wird jedoch nicht vollendet. 1743 Aussterben der meiningischen Linie. Streit um Besitz zwischen Coburg und Gotha. Militärische Maßnahmen der Gothaer: In diesem „Krieg“ zwischen Gotha und Coburg ließ zunächst einmal der Gothaer Herzog am 13.8.1744 das Schloss durch 40 Grenadiere besetzen. Im Hinterhalt, bei Schalkau und Eisfeld lagen aber noch über 600 Mann bereit, die General von Rautenkranz befehligte. Auf Coburger Seite wurde Miliz aufgeboten und die tapferen Söhne des Coburger Landes unter dem Befehl des Festungskommandanten von Hanstein hatten eine zündende Idee: Sie schnitten der Gothaer Burgbesatzung die Bierzufuhr ab. So entnervt, schossen die Gothaer um sich und trafen tatsächlich auch zwei Coburger – durch die Hüte. RuinenNach dieser siegreichen Unternehmung zogen die Gothaer wieder heim. Während der Streit sich vor dem Reichskammergericht weiter hinzog, verfiel das Schloss. Bauern holten die Steine zum Bau ihrer Häuser. Den Abbau des Daches und des Holzwerkes durch die Gothaer verbot das Reichsgericht auf Antrag der Coburger. 1804 Das Reichsgericht spricht den Besitz Sachsen-Coburg-Saalfeld zu, welches dafür 24000 Gulden an Gotha zu zahlen hat. Inzwischen ist das Gebäude total verfallen. 1959 Am 11. April Sprengung der Ruine, da befürchtet wurde, die zum Teil 10 Meter hoch aufragenden Mauern könnten Besucher gefährden. 1989-1999 Unter der Regie des Heimatvereins Rödental wurden in dieser Zeit die noch an Ort und Stelle vorgefundenen Steine der gesprengten Ruine auf die alten Grundmauern gesetzt und vermauert.
Wichtig zu wissen ist außerdem noch, dass sich von Schloss Rosenau - Ruine Lauterburg – Herzogsbrunnen bis zum Fornbachsgrund ein Naturlehrpfad befindet. Dieser wurde vom Landkreis Coburg eingerichtet um dem Spaziergänger und Wanderer in der reizvollen Landschaft seine Verbundenheit zur Natur und Geschichte in der unmittelbaren Heimat bewusst werden zu lassen. Dieser Naturlehrpfad führt über die „Hohe Schwenge“ u .a. auch am Herzogsbrunnen vorbei.

Am Herzogsbrunnen

HerzogsbrunnenDas Gebiet um die Lauterburg war früher ein bevorzugtes Jagdgebiet der Coburger Herzöge. Es war eine eigene Forstei und hatte seinen eigenen Förster. Für alle an einer Jagd Beteiligten war die Quelle ein beliebter Treffpunkt und Rastplatz. So lag es nahe, ihr den Namen „Herzogsbrunnen“ zu geben, als 1907 Natur- und Wanderfreunde sie fassen und den Brunnenplatz anlegen ließen.
Die Tafel des Herzogsbrunnen trägt folgende Inschrift:
„Was Du gesucht, als Deines Hauses Schwelle Du überschritten, hier ist es Dir beschieden: Die reine Luft, ein Trunk aus kühler Quelle – und tiefe Ruhe im stillen Waldesfrieden“.
Diese Aussage kann man nur unterstreichen und zustimmen, wenn man einen Schluck aus der Quelle genommen und auf den Ruhebänken, die vor dem Brunnen aufgestellt sind, Platz genommen und der wunderbaren Stille des Waldes gelauscht hat.

Eine Sage erzählt von einer Frau Herzlos auf der Lauterburg:

Einst herrschte in den Talgründen zu Füßen der Lauterburg im oberen Tal der Itz große Not. Kriegsscharen hatten die Dörfer verwüstet, und hohläugige Menschen mit bleichen Wangen und abgemagerten Körpern suchten in Wald und Feld nach Rinden, Wurzeln und Moos, um ihren Magen zu füllen. Doch oben auf der Burg gab es hinter dicken Mauern reiche Vorräte an Getreide, Schinken und Wurst. Die Schlossbewohner kannten keine Not, waren dick und wohlgenährt. Täglich pochten Hunderte von abgemagerten Gestalten am Schlosstor und erflehten ein Stückchen Brot. Es öffnete sich aber keine Tür, man hatte verschlossene Ohren für die große Not. Endlich erbarmte sich eine Magd und schickte sich an, an den Hungernden Brot zu verteilen. Im gleichen Augenblick aber erschien die Schlossherrin und schrie: „Weg mit dem Pack! Mein Brot sollen lieber die Schweine fressen!“ Sie riss der Magd das Brot aus den Händen und warf es den Schweinen vor. Die Hungernden aber trieb sie von der Burg. Diese böse Tat sollte sich bald rächen. Kurze Zeit darauf kehrte der Tod im Schlosse ein und raffte als erste die Schlossherrin dahin.
Wenn im Winter Schneegestöber um die Burgmauer braust und die Bäume ihre Äste ächzend gegeneinander schlagen, schleicht mit leisem Gewimmer eine gespenstische Bache um den Wall. Scheu weichen die Burgbewohner aus. Mancher, der genau hingeschaut haben will, will in ihr sogar die Gestalt der toten Herrin erkannt haben, die nun hungernd in der Gegend herumirrt. Im Geheimen hörte man oft die Knechte erzählen, bei ihrem Begräbnis sei der Sarg sehr leicht gewesen, denn der Toten habe das Herz gefehlt.
Liegt am Rande des Ortsteils Oberwohlsbach
Parkmöglichkeit am Ende der Lauterburgerstraße

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