Rödental besonders für Senioren

Was ältere Menschen bewegt, erfährt man aus der liebevollen Nähe zu ihnen. „Unsere Senioren erreichen sicher ihr Ziel“ - mit diesem Thema hat sich der Seniorenbeauftragte 2002 zu allen Seniorengruppen der Stadt gesetzt, mit ihnen Kaffee getrunken und ihnen die Frage gestellt, wie sie sich ihre Stadt vorstellen, in der sie gerne als Ältere leben möchten.
Die Antworten wurden protokolliert und ausgewertet. Nach den Besuchen aller Seniorengruppen waren die Antworten zusammen. Überraschend: Senioren haben sehr klare Vorstellungen über Positives und Negatives in ihrer Stadt.
Senioren
Dabei sehen Senioren nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch ihre Stadt aus einer besonderen Sicht:
Wie kann ich so lange wie möglich selbständig bleiben!
Die zu verbessernden Bereiche für unsere Stadt lauteten damals:
keine Stolperfallen im Zentrum;
sichere Übergänge für Senioren insbesondere für Benutzer von Rollatoren;
bessere Seniorenkompetenz in den Geschäften (Ausweisung von Toiletten und Ruheplätzen);
sich von selbst öffnende Türen der Geschäfte im Zentrum;
öffentliche Toiletten;
strategisch angebrachte Bänke im Zentrum und außerhalb, um die Mobilität zu erhöhen;
bessere seniorengerechte Gestaltung in und um den Stadtbus;
finanzierbare häusliche Versorgung - und vor allem und immer wieder:
weg vom seniorenfeindlichen Naturkopfsteinpflaster.

senioren-01-gBarrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raumes: Im Anschluss an die Befragung und Vorstellung der Ergebnisse im Stadtrat wurden die von den Senioren angesprochenen Themen Zug um Zug in Angriff genommen und so weit wie möglich umgesetzt. Die Stürze der Senioren im Zentrum wurden analysiert und die Stolperfallen im Zentrum identifiziert und repariert. Stufen und besondere Sturzfallen sind farblich markiert. Die Geschäfte im Zentrum wurden von der Stadt angeschrieben und auf Sitzmöglichkeiten für Senioren, auf Ausweisung von Toiletten und auf von selbst öffnende Türen angesprochen. In Gesprächen mit den Geschäftsinhabern wurden deutliche Verbesserungen für die Senioren erzielt.

Ein neuer breiter Übergang über die Straße im Zentrum wurde geschaffen mit Absenkung der Bürgersteige, Einengung der Fahrbahn und Geschwindigkeitseinschränkung.

Stadtweites Konzept „strategischer“ Bänke für Senioren: Für ältere Menschen ist der Weg von ihrer Wohnung zu den Einkaufsmöglichkeiten, Arzt, Apotheke usw. häufig zu weit. Der ältere Mensch braucht einen Moment zum Hinsetzen und Ausruhen, um wieder neue Kraft zu sammeln. Strategisch aufgestellte Bänke erhöhen die Mobilität der älteren Menschen und sind eine wichtige Unterstützung ihrer Selbständigkeit.

Nahversorgung: Es wurde ein Profil  für seniorengerechtes Einkaufen erstellt, das für neu ansiedelnde Märkte verbindlich ist. Im Zentrum konnte nach Gesprächen ein Einkaufsmarkt und das Optikergeschäft eine selbst öffnende Tür anbringen, was den Einkauf von Bürger/innen mit Rollator wesentlich erleichtert. Eine öffentliche Toilette ist im Zentrum vorhanden.

Nahverkehr: Ein Stadtbuskonzept ist vorhanden. Aber auch hier muss über Verbesserungen nachgedacht werden, vor allem, weil es sich um ältere Busse handelt. Trotzdem haben wir mit kleinen Verbesserungen begonnen (die Schriftgröße der Fahrpläne) und beschäftigen uns jetzt mit der Anschaffung eines Niederflurbusses.

Medizinische Versorgung: Die medizinische Versorgung ist vorbildlich. Neben 9 Allgemeinärzten und 8 Zahnärzten verfügen wir über 2 Gynäkologen, einen HNO Arzt, einen Augenarzt, einen Orthopäden, einen Neurologen und eine chirurgische Gemeinschaftspraxis. Mehrere logopädische und physiotherapeutische Praxen sind ebenfalls ansässig.